Die Coolpix 990 besitzt einen Fünffeld-Autofokus, vergleichbar mit Nikons neueren analogen Spiegelreflexkameras. Damit sind auch außermittige Motive ohne Kameraschwenk gezielt anwählbar. Allerdings ist diese Arbeitsweise nicht zwingend: Zum Einen können Sie ein einzelnes AF-Feld auswählen und verriegeln, zum Andern nimmt Ihnen die Elektronik die Anwahl bestimmter AF-Felder auch ab. Der Autofokus arbeitet bei den Coolpix-Kameras in Stufen; bei der Vorgängerin waren es 4746, bei der Coolpix 990 sind ein paar hinzugekommen: 4896 Stufen lassen keine Wünsche an die Genauigkeit offen. Der AF reicht wie beim Vormodell von Unendlich bis hinab zu ganzen zwei Zentimetern Aufnahmeabstand im Makro-Modus.
Im Handling sind weitere Verbesserungen erwähnenswert; beispielsweise ist es jetzt möglich, "belichtete& Flash-Cards zu wechseln, ohne dass die Kamera dafür vom Stativ abgenommen werden müsste, denn der Schacht zur Aufnahme der Speicherkarte ist nunmehr seitlich erreichbar. Der geringfügig kleiner ausgefallene Monitor ist auch unter schwierigen Lichverhältnisen besser ablesbar. Dank des verbesserten Energiemanagements der Coolpix 990 reicht ein Satz Batterien statt ca. 60 Minuten für etwa eineinhalb Stunden Dauerbetrieb aus. Nach dem Einschalten in etwa zwei Sekunden betriebsbereit, beträgt ihre Auslöseverzögerung nur noch 100 Millisekunden. Damit ist sie doppelt so schnell wie das Vormodell und reicht beinahe an Werte hochwertiger analoger Spiegelreflexkameras heran. In der Praxis macht sich der Unterschied z.B zu einer F90X (Auslöseverzögerung ca. 65 ms) nicht mehr bemerkbar.
Ebenfalls neu und ambitionierten Fotografen sicher hochwillkommen: Die Belichtungssteuerung der Coolpix 990 bietet neben einer shiftbaren Programmautomatik, Zeit- und Blendenautomatik auch eine völlig manuelle Steuerung von Zeit und Blende an. Auch eine Belichtungsreihenfunktion ist hinzugekommen, eine weitere Annäherung an die Bedienung hochwertiger analoger Spiegelreflexkameras. Fast eine Selbstverständlichkeit ist da, dass der Fotograf die Wahl zwischen vier Belichtungs-Messarten hat: der Matrixmessung mit 256 Segmenten, mittenbetonter Messung und zwei Spot-Belichtungsmessungen, eine mit feststehendem Messpunkt und eine, in der die Spot-Belichtungsmessung mit dem jeweils aktiven AF-Messfeld verknüpft wird.
Im Vergleich zum Vorgängermodell glänzt die Coolpix 990 noch mit einer weiteren Anleihe an Bewährtes aus herkömmlicher Kameratechnik: Sie besitzt eine &echte& Irisblende mit sieben Lamellen. Zehn Blendenstufen sind in 1/3 Schritten wählbar. Serienaufnahmen in High-Speed bot auch die Coolpix 950; bei der Nachfolgerin sind bis zu 30 Aufnahmen pro Sekunde in QVGA-Auflösung möglich, einem reduzierten Auflösungsmodus von 320x240 Pixeln. Insgesamt 80 QVGA-Aufnahmen lassen sich ohne Pause erzielen. In höchster Auflösung und normaler Komprimierung sind immerhin 1,5 Bilder pro Sekunde drin. Sogar filmen kann man - maximal 40 Sekunden lange Sequenzen mit QVGA im Quick-Time Format.
Unverändert blieb die Leistung des eingebauten Blitzgerätes, das zwar ausgefeilte Blitzfunktionen unterstützt, mit Leitzahl 9 aber nicht für eine vernünftige Beanspruchung jenseits der zwei Meter ausgelegt ist.
Zur seriellen Schnittstelle ist ein USB-Anschluss hinzugekommen; die Übertragungsgeschwindigkeit ist damit fast 10x schneller.
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